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Träume auf der Kulturpiste

Parcours in der Grundschule Gispersleben war der Auftakt für das geplante schulübergreifende Projekt „(T)raumzauberbaum“

Erfurt. Sie möchte Anwältin werden. Ihre Freundin ein Haus bauen. Und die dritte hofft auf die große Liebe. Sie alle haben Träume – und die skizierten die Schüler gestern mit Acryl auf eine Lkw-Plane.

Träume, der Traumzauberbaum, das macht ein einzigartiges Projekt aus, das ab August in die heiße Phase gehen soll. Gestern waren die aus mehreren Erfurter Schulen teilnehmenden Kinder und Jugendlichen zur Kulturpiste eingeladen worden. Der Tag war dazu gedacht, dass sich Schüler, Künstler und Trainer kennenlernen können. An mehreren Stationen konnten sie sich ausprobieren: Akrobatik, Capoeira, Design, Breakdance und Tanztheater. All diese Komponenten sollen in die Inszenierung fließen, die für Ende August im Stadtgarten geplant ist.

Die offizielle Bezeichnung für das Projekt ist „(T)raumzauberbaum – eine (kin)ästhetische, akustische und visuelle Traumdeutung“. Angelehnt an Lakomys Traumzauberbaum, dessen Lieder und Geschichten Zehntausende Kinder seit 1980 erfreuen, soll eine Inszenierung entstehen, die spartenübergreifend ist. Überwiegend werden neben gesanglicher, schauspielerischer Ausbildung und Ausstattungs- sowie technischen und dokumentierenden Angeboten auch sportfördernde Maßnahmen integriert sein.

Mehrere Schulen sind beteiligt, in der Summe befassen sich etwa 300 Schüler mit der Vorbereitung und Durchführung des Traumzauberbaumes.

Der gestrige Tag wurde über das Kulturagenten-Programm möglich. Die beiden Kulturagentinnen Uta Schunk und Elisabeth Fuckel haben die Kulturpiste vorbereitet, eingeladen und anwesend war auch Monika Ehrhardt-Lakomy, die Witwe des verstorbenen Liedermachers Reinhard Lakomy. Sie arrangierte die Lieder neu, unter anderem bekommt auch das Polizeimusikcorps die Noten. Das Orchester war gestern in kleiner Blechblasbesetzung aufgetreten und unterstützt das Projekt Traumzauberbaum gern.

Aus Erfurt sind verschiedene Künstler involviert, beispielsweise Michael Ritzmann, Steve Seeger, Johannes Glöde (Lichtdesigner von Clueso), Nora Kühnhausen und Bühnenbildner Moritz Weißkopf. Er stellte gestern seine erste Idee für die Inszenierung vor: Der Traumzauberbaum mit Blättern aus Schirmen und einem Stamm aus Eimern. Die Schüler schlugen weitere Materialien vor.

Ins Detail gehen die Teilnehmer ab dem 20. August in der Projektwoche. Kulturagentin Uta Schunk ist es wichtig, dass die Kinder die Abbilder ihrer Träume schaffen. Die Bauminstallation dient als Projektionsfläche, als Ort, wo Träume entstehen. Jonglage, Akrobatik, Tanz, Lyrik, Gesang werden auf der Bühne vereint. Neben und hinter der Bühne sind die Kinder ebenso aktiv, sie gestalten das Bühnenbild, dürfen selbst die Technik bedienen.

„Es ist ein Event angedacht, das über die Verbindung von Sport, Bewegung, Musik, Kunst und Sprache junge Menschen multisensorisch aktivieren, motivieren und für das gemeinsame Gesamtresultat zusammenführen soll“, meint Uta Schunk.

„Ich wünsche mir, dass sich all die Mühe lohnt und das Projekt erfolgriech über die Bühnen gehen kann“, sagte Monika Ehrhardt-Lakomy.